Unsere Nachbarin: Cheyenne Bienz

Ein Porträt von David Lei.

Wenn man an der Zürcherstrasse 22 im ersten Stock in der Mitte klingelt, landet man bei Cheyenne Bienz. Mit dem Jahrgang 1993 ist sie eine der jüngeren Bewohnerinnen dieser Siedlung und auch jung in der BSH. Mitte Mai 2019 brachte sie der Job als HR-Sachbearbeiterin im Coop Dietikon in diese Umgebung. Zuvor lebte Cheyenne eine kurze Zeit in einer Vierer-WG, wobei sie die einzige Frau war. «Das Zusammenleben war voll easy» meinte sie rückblickend auf diese Zeit. Die Ämtli dort waren schnell verteilt, denn die Vier engagierten für die grössten Aufgaben im Haushalt eine Putzfrau. Diese braucht Cheyenne in ihrer ersten eigenen Wohnung allerdings wirklich nicht. Zwei Punkte fallen mir beim Betreten ihrer bald fertig sanierten Wohnung auf: Die Farbe Weiss dominiert in der stilvollen Einrichtung. Noch auffallender ist allerdings die Ordnung ihres Kleiderschranks mit gläserner Front. Man könnte diesen direkt für ein Shooting von einem Modekatalog nutzen.

Zur Zusage dieser Wohnung meint sie, dass es für sie ein absoluter Glücksfall war. Sie liebt das schöne Parkett sowie den Grundriss ihrer gut 50 Quadratmeter grossen Wohnung und hat mit Heidi und Noldi auch schon Lieblingsnachbarn gefunden. Zudem wohnt ihre Schwester, die wichtigste Bezugsperson in ihrem Leben, auch in der Umgebung.

Aufgewachsen ist Cheyenne allerdings ganz woanders. Sie kommt aus dem Glarnerland. In einer überschaubaren Region grüsste man sich natürlich täglich und sprach beim vorbeigehen über dies und das. Auch in dieser Genossenschaft spürt sie diesen «mega familiären Umgang», beispielsweise in der Waschküche und im Treppenhaus.

Cheyenne ist eine Frau mit vielen Seiten, Hobbies und Interessen. Unter der Woche trifft man sie im Club Bellevue an einer Fitness-Lektion, beim Joggen an der Limmat oder sie ist mit Freunden unterwegs. Viele ihrer Freundinnen und Freunde kennt sie aus ihrer aktiven Zeit im Judo. Cheyenne machte das Sport-KV, da sie im U20 Kader der Judoka-Nationalmannschaft stand. Dort erlebte sie 2011 ihr Karrierehighlight; Sie gewann in Kapstadt die Bronzemedaille für die Schweiz. Dies geschah auf eine unfassbare und zugleich tragische Weise.

Beim Duell um den Einzug in den Halbfinal hatte die Gegnerin sie in einem Angriff, bei dem sie sich zu spät lösen konnte. Dabei wurde ihr Ellbogen stark in Mitleidenschaft gezogen. Voller Adrenalin bestritt sie den Kampf um Rang drei und ging dabei als Siegerin hervor. Mehr und mehr wurde ihr klar, dass sie Grosses erreicht hatte. Als der Druck und die Entscheidung gefallen sind, realisierte sie was für Auswirkungen diese Verletzung hatte. Nach diesem Turnier musste sie ihre Karriere schweren Herzens beenden.

Wehmut kommt bei ihr deswegen aber nur selten auf.  Klar gibt es diese Momente, an denen man sich fragt, was gewesen wäre, wenn. Vor allem wenn sie ihre Kolleginnen sieht. Deswegen verfällt sie aber keineswegs in Selbstmitleid, denn für das gibt es zu viel anderes Schönes im Leben, meint sie mit einem sympathischen Lächeln. Aktuell hat es ihr besonders das Reisen angetan. Zu Beginn dieses Jahres war sie drei Monate unterwegs durch Asien, Australien und Tahiti. Die nächsten grossen Reiseziele sind der Norden Europas und Südamerika.

Cheyenne versicherte mir übrigens, dass sie noch mindestens ein Jahr in der BSH bleibt, denn auch wenn ihr morgen der Traummann über den Weg läuft, sollte man in diesem Alter ja nicht gleich alles überstürzen. Es freut bestimmt nicht nur Heidi und Noldi, wenn uns Cheyenne noch lange in dieser Siedlung erhalten bleibt.

Foto: Cheyenne Bienz auf dem Dach der Zürcherstrasse 22 mit Blick auf unsere Stadt.

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2020-06-16T20:50:48+00:00