Unsere Nachbar: Ivo Kaufmann

Ein Porträt von David Lei.

Wenn ich Ivo Kaufmann mit einem Satz beschreiben müsste, ist er für mich der Mann mit den vielen Facetten.
Grund genug, ihn etwas genauer vorzustellen in dieser Ausgabe.

Ivo kenne ich seit meinem ersten Tag in der BSH im Jahre 2015. Damals waren wir noch Nachbarn im Frankental. Für dieses Interview durfte ich nun auch sein neues Zuhause an der Zürcherstrasse 22 kennenlernen.

Als einer der wenigen Personen, die beide Siedlungen gut kennen, wollte ich natürlich wissen, was ihm besonders gefällt an dieser Genossenschaft. Dabei kamen wir auf ein unerfreuliches Erlebnis zu sprechen, welches allerdings auch schön aufzeigt, was Nachbarschaftshilfe bedeuten kann.
Als Ivo von einer Töfftour mit seiner neuen Reiseenduro »Moto Guzzi V85« nach Hause kam, stand er beim Eingang zum Garagentor und war wohl gedanklich noch unterwegs. Als sich das Garagentor schon wieder zu schliessen begann, wollte er mit dem Fuss den Sensor erreichen damit das Tor nicht vor ihm zugeht. Dabei verliert er das Gleichgewicht und stürzt seitlich auf die Schulter. Nachbar Luigi half ihm, den Töff wieder aufzustellen und zu parkieren. Im Waidspital dann die Diagnose: Gelenkkopf im Oberarm mehrfach gebrochen. Ivo hat seit dann eine Titan-Platte mit elf Schrauben, die ihn für immer daran erinnern wird.

Mit Freude sprach er von der Hilfe, die gekommen ist in dieser Notlage. Mit noch mehr Begeisterung erzählte er mir aber liebevoll von den vielen Details seiner Maschine (V-Motor, quer eingebaut!). Das Ziel sind Töffreisen quer durch Europa.

Zu Beginn schrieb ich bereits, dass Ivo viele Facetten hat. Das zeigt sich in meinen Augen auch darin, dass er neben dem »Hobby« Töff ganz viele andere Interessen und Talente hat. In seiner Wohnung stehen beispielsweise, neben einem selbstgebauten Bett, auch Lautsprecherboxen (im Bild), die er ebenfalls eigenständig angefertigt hat. Ich bekomme von ihm einen Ingwer-Zitronen Punsch angeboten. Der Mann hat also auch dort Geschmack.

Vom Wasser im Getränk, kamen wir auch auf das Wasser in Flüssen und Seen zu sprechen. Wasser in allen möglichen Formen belgeitet ihn seit der Kindheit und noch heute.
Am faszinierendsten fand ich seine Geschichte von Fahrten im Kanu durch die Dordogne. Dieses Abenteuer, wozu auch Zelten gehört, wiederholte er bereits einige Male. In Küsnacht war er im Ruderclub und heute reizt ihn das Kite-Surfen.

Beim Reden über dies und das erfuhr ich noch einiges mehr über seine Kindheit und den interessanten beruflichen Werdegang. Ivo ist eines der Kinder, die aus dem geburtsstarken Jahrgang 1962 kommen. Aufgewachsen ist er in Küsnacht in einem Quartier mit vielen Familien und Kindern. Mit der Umgebung und deren Möglichkeiten verbindet er schöne Erinnerungen. Dazu gehörten auch frisierte Töffli oder selbst gebasteltes Feuerwerk. »Es gab viele wilde Jugenderlebnisse« meint er zu mir mit ruhiger Stimme und einem verschmitzten Lächeln. Mir kam es vor, als ob er im Geiste kurz zurück in die Zeit fiel, wo er die Freiheit mit viel Wald und See genossen hat.
Das Wohnen in seinem Quartier war ähnlich wie eine kleine Gemeinschaft. Das gefiel Ivo schon damals.

Beruflich startete er klassisch mit dem KV und war lange als Werbeassistent und Marketingplaner in Werbeagenturen tätig. Ein Arbeitsort gab sogar aus dem Fenster
den Blick frei auf dieses Quartier, wo er seine ersten 16 Jahre verbrachte. Dieser Berufsrichtung blieb er bis 30 treu. Irgendwann wurde es ihm aber zu viel.
Er nahm in dieser Phase auch ein Jahr eine Auszeit und wollte herausfinden, was ihn alles noch beruflich begeistern könnte. Der berufliche Wechsel zeichnete sich ab – aber es dauerte nochmal weitere 4 Jahre.

Die Inspiration zum Wechsel kam dann in einem Seminar, welches er vier Wochen in München besuchte. Dort kam er durch «innere Reisen» und prägende Bekanntschaften auf die neue Spur. In dieser Zeit hat er unterem anderem auch gefastet, führte Tagebuch und meditierte im englischen Garten.
Schliesslich machte es bei ihm «klick» als eine Freundin von Ihrem bevorstehenden
Berufswechsel berichtete
Seit mittlerweile über 20 Jahren ist der jung gebliebene Ivo selbstständig als Masseur und Körpertherapeut tätig bzw. wieder tätig, sobald seine Schulter dies wieder zulässt.

Lieber Ivo, weiterhin gute Genesung und Danke, dass dich die BSH-Bewohner/-innen dank diesem Interview besser kennenlernen durften. Ich persönlich bin gespannt, welche Facette ich bei unserem nächsten Treffen kennenlernen werde.

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2020-12-22T08:41:23+00:00
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